Strasssteine
Geschichte des Strasssteins
Königlich glitzert der sonnengelbe Strahl sanft auf der gläsernen Oberfläche. Das Licht bricht sich scheinbar tausendfach an dem kleinen Stein. Eine vorsichtige Bewegung und das Licht hüpft ungeahnt über jede der perfekt geschliffenen Ecken hinweg. Das silbrigweiße Glitzern des Steins gleicht dem eines Diamanten. Wunderschön und wertvoll, doch genauso teuer und selten. Wer solch einen Stein trägt, erscheint uns als wohlhabend, geschmackvoll und einzigartig, wie ein edler Diamant. All diese Eigenschaften kreieren das Charakterbild, einer starken und selbstbewussten Persönlichkeit. Ein Bild, welches vor allem Könige und Adlige von sich zeigen wollten und so entstand ein großer Bedarf an Schmuck und edlem Geschmeide. Doch selbst die Wohlhabenden wollten für solch eine Darstellung kein Vermögen investieren und daher war die Entdeckung des französischen Juweliers Georg Friedrich Strass, von der Herstellung der nach ihm benannten Steine, ein begehrtes Wunder. Doch niemand hatte damals geahnt, dass die aus Bleiglas hergestellten Steine eine Revolution auslösen, die ihre Wirkung bis in unsere moderne Zeit entfalten würde.
Schmückte in der Vergangenheit König Ludwig der XV. ausschließlich seine Kleider und seinen Schmuck mit Georg Friedrichs Strasssteinen, so findet man die kleinen Steinchen heutzutage auch auf Taschen, Handys, Laptops, Stickern oder sogar Haushaltsgeräten.
Mit echten Diamanten wäre solch eine breite Anwendung zwar ebenso begehrt, doch auf alltäglichen Gegenständen nicht nur undenkbar sondern vor allem auch unbezahlbar.
So ist es nicht verwunderlich, dass die Nachfrage und das Angebot an Strasssteinen oder Schmuck und deren dekorativer Verwendung zunimmt. So bieten immer mehr Shops gerade im Onlinebereich Textilien oder andere Gegenstände an, die sich der Kunde mit den falschen Diamanten individuell designen kann.
Strass in allen Formen unf Farben
So gibt es neben den Strasssteinen, die durch ihren farblosen Glanz dem Diamant am ähnlichsten sind, auch Strassnieten-, Knöpfe-, Broschen- und bänder, in allen erdenklichen Farben, Größen und Formen, sodass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Doch eins sollten alle qualitativen Strasssteine gemeinsam haben, die lichtbrechende und funkelnde Wirkung der Diamanten. Diese wird vor allem durch die Dämpfung mit Bleioxid, einem edlen Schliff oder der Hinterlegung mit einer Metallfolie erreicht und die Strasssteine strahlen das Licht beeindruckend und veredelt zurück.
Veredeln mit Strass
Doch ist es nun produktionstechnisch möglich, diese beeindruckende Wirkung auch auf Textilien oder andere Gegenstände zu übertragen?
Dafür werden die kleinen Steinchen entweder auf den jeweiligen Untergrund aufbügelt, angenäht oder geklebt. Beim Aufbügeln werden die Steine in der gewünschten Anordnung auf eine so genannten Transferfolie angebracht und anschließend auf den gewünschten Untergrund aufgebügelt. Für das Annähen hingegen, gibt es spezielle Strasssteine mit einer Fassung, die eine Öse besitzt oder Steine mit nur einem Loch für das Annähen. Für das Ankleben der Strasssteine wird spezieller Kleber verwendet. In diesem Fall erscheinen auch die so genannten Hotfix-Strasssteine als eine innovative Lösung, denn hierbei ist an der Unterseite der Steine bereits ein flexibler Kleber aufgetragen. Dieser wird durch ein Bügeleisen oder einen Applikator bei einer Temperatur von 120 bis 170 °C geschmolzen und das Material verbindet sich mit dem Kleber, sodass nach dem Auskühlen die Strasssteine dauerhaft fixiert sind.
Auch wenn sich dieser Vorgang kompliziert anhört, so gibt es zahlreiche Angebote zuhause seine Produkte selbst zu designen. Doch vor allem bereits mit Strass bestückte Produkte aus Onlineshops oder die individuelle Erstellung persönlicher Produkte, geschmückt mit Strasssteinen, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wie man letztendlich seine Persönlichkeit ausdrückt, bleibt jedem natürlich selbst überlassen. Doch wer möchte in unserer heutigen Zeit nicht individuell und vor allem königlich sein?
Montag, 6. Oktober 2008
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